Der Tag der Befreiung
06M16
Zur gleichen Zeit als in Telis in einem kleinen Raum hinter der Ratshalle den Männern und Frauen des Rates andächtig bei der zeremoniellen Ankleide geholfen wurde baten Boten der Traleaner bei ihren Verbündeten darum mit ihren Anführern sprechen zu dürfen.
Mit jedem Schritt den sie sich den Führern näherten legte man den Räten ein weiteres Teilstück an.
Lange war es her, dass dies geschah und ein jeder hatte gehofft das es nie mehr dazu kam.
Als die Nauris zufrieden nickten und die Räte entließen wurden auch den Boten die Tore geöffnet und als der Rat zu seinem Volk zu sprechen begann verneigten sich die Boten vor den Herrschern ihrer Verbündeten und verlasen die Botschaft.
Die versammelten Männer und Frauen des Volkes verstummten als die Tür der Räte sich öffnete und diese seit vielen Jahrhunderten zum ersten Mal in Rüstungen gekleidet vor die Versammlung traten.
Mit ernster Miene begann der erste von ihnen zu sprechen.
„Volk von Tralea. Männer und Frauen unserer Verbündeten. Wir sprechen heute zu euch um etwas das schon viel früher hätte geschehen müssen zu verkünden.“ Mit einer Geste die seine Begleiter umfasste „Wir, die von euch gewählten Anführer in diesen finsteren Tagen haben lange beraten und haben unsere Entscheidung gefällt. Volk von Tralea, die Tage des Ausharrens sind vorbei. Zu lange haben wir unser Blut vergossen, zu viele unserer Kinder sind vergangen.“ Ein anderes Ratsmitglied begann zu sprechen „Keine Last kann ewig getragen werden und darum werden wir es beenden.“
Ein Raunen ging durch den Raum. „Zum ersten Mal haben wir eine Möglichkeit zurückzuschlagen und wir werden diese nutzen.“ „Und darum ziehen wir in die letzte Schlacht“ verkündeten sie alle gemeinsam. „Wir haben diese Rüstungen nicht nur der alten Sitten wegen angelegt. Wir werden nichts von anderen verlangen das wir nicht selbst gewillt sind zu tun. So ziehen wir am `Tag der Befreiung` vor den Feuerring und werden uns den Feinden entgegenstellen. Wir wissen das es unser letzter Weg sein wird, aber er wird anderen Helfen das zu tun wozu wir nicht in der Lage sind. Es wird anderen helfen das Leid für uns und unsere Freunde zu beenden. Ist hierfür der Tod unser Preis so zahlen wir ihn gern.“
Sie ließen die Worte wirken bevor eine der Rätin weiter sprach „Dieser Pfad ist unsere Bestimmung und wir haben ihn für uns gewählt. Wir werden niemanden befehlen uns zu begleiten noch werden wir auf Eide pochen. Einzig die Bitte ist es die uns bleibt. Volk der Traleaner das schon so viel gegeben hat. Völker unserer Verbündeten die uns in unserer größten Not zur Seite standen, wir bitten euch um ein letztes Aufgebot.“
„Wer ist mit uns?“
Las der Bote die Botschaft zu Ende und wartete auf eine Antwort.
Die Schlacht um Noregar im Utalia Gebirge
Der Ältestenrat von Tralea verkündete öffentlich das zum "Tag der Befreiung" die letzte Schlacht geschlagen wird und damit das Schicksal Ancoras endgültig entschieden wird. Dafür wurde insgeheim eine Festung vor dem Feuerring errichtet. Sie soll das Bollwerk sein an dem die letzte Entscheidungsschlacht mit den Kenaris entschieden werden soll.
Noregar wurde diese Festung, die letzte Hoffnung. Über Monate wurde an ihr gearbeitet und alles getan um Späher abzuwehren und den Feind nicht zu früh auf dieses Projekt aufmerksam zu machen. Noregar wurde fertiggestellt und die ersten Armeen der Verbündeten haben in ihr Stellung bezogen.
Doch Noregar war nur ein Ablenkungsmanöver um einer kleinen Gruppe die Möglichkeit zu geben hinter die feindlichen Linien in die alte Welt der Nauris in Utalia zu gelangen.




Die Mission
Während die Schlacht tobte hielt eine Gruppe Verbindung zwischen den Helden in den Gängen Utalias und der Front an der Festung. Nur gemeinsam konnte dieser Kampf gewonnen werden. So erkaufte die Schlacht den Helden tief im Herzen Utalias die Zeit das Portal zu finden. Im Gegenzug halfen sie der Festung länger zu bestehen. So viele verloren ihr Leben, doch es hätten noch viele mehr sein können und eine tote Welt. Geprießen sind all jene die an diesem Tag alles Riskierten im Namen der Schöpfung.




Vor der Schlacht um Noregar im Utalia Gebirge
Geschichte von Cassius:
" 1Jahr ist es her seitdem wir uns endlich wieder sehen." Cassius zu seinem Bruder Caphalor den er für 6 Jahre als Tod erachtet hatte als 209 der Gutshof von Dämonen niedergebrannt worden ist. ! Jahr nachdem sie beide gemeinsam Ihre Wurzeln gesucht haben und sie in Tark Dran gefunden haben . Wie Ihre Ahnen das Geborgene Land verlassen haben um in einer anderen Welt ein Neues leben anzufangen als Bauern.
Nun stehen sie hier, die Brüder die einst für Linsar und Melvis gestreitet haben in der Festung Noregar und betrachten wie Ihre Streiter aus Dieben zusammengewürfelt, um ihre Strafe abzusitzen zu einer Einheit formiert wird diesich in jeder Schlacht messen kann.
Die Zwerge die ebenfalls zur Unterstützung mitgereist sind um dieses alte Zwergenreich wieder mit leben erfühlen wollen haben sich gleich an die Arbeit gemacht um noch zusätzliche Fallen gegen den Feind zu erschaffen welche die Traleaner noch nie gesehen haben.
Ein Bote kam und holte beide zur 75Karawane aus dem geborgenen Land gefüllt mit bestem Zwergenbier.
"Schon wieder ein Versorgungstross aus dem geborgenen land wir sind erst seit 15 Tage hier. " Doch in diesem Versorgungszug war auch ein Geschenk Für die Beiden, von Mallenia del Ido, in Leinen gehüllt aber dennoch gut zu erkennen worum es sich handelt.
" ER fühlt sich Gewichtstechnisch genauso an wie der denn ich in der Garde hatte aber seit 70 Tagen nicht mehr besitze."
In drei Wochen wird Cassius den Trupp verlassen um dem kleinen Trupp zu unterstützen . Caphalor wird die Männer befehlen und anschließend nach Phondrason ziehen das er einen kalten auch spührt den er seit 500 Tagen nicht mehr gespürt hat.
Geschichte der Hüter der heiligen Flamme:
Quixos betrachrete den Vollmond der in dieser kühlen Nacht über der Ordensfeste hang.
Schritte waren zu hören. Es waren nicht die üblichen Geräusche die seine gerüsteten Brüder von sich gaben. Es waren auch nicht die Ordensdiener welche unter tags zu dutzenden in den Gängen und Hallen ihrem täglichen Werk nachgingen.
Der Inquisitor zupfte nachdenklich an seinem Spitzbart während die Person hinter ihm stehen blieb.
"Schleichst du wieder durch die Hallen Lucian?"
Es war so kalt das man seinen Atem sah.
Bruder Lucian der nicht wie er seine Rüstung trug lächelte.
"Wir haben uns fertig beraten. Du bekommst fünfzig Hüter die dich begleiten werden."
Der gerüstete Inquisitor drehte sich zu Lucian um.
"Gut. Wir reisen jetzt sofort ab. Ich bin den Tarnaren noch etwas schuldig."
"So sei es", sprach sein berobter Freund.
Der stählerne wandte sich wieder dem Mond zu. Er ging in Gedanken noch einmal seine Aufgabe durch.
Wird er es schaffen? Werden seine Hüter an der Front in diesem fremden Land einen hohen Blutzoll zahlen?
Das ist nicht wichtig. Die Flamme will es so. Die Flamme leitet ihn dort hin.
"Bruder Inquisitor geht mit dem Segen der heiligen Flamme."
Lucian wandte sich von seinem Freund ab und verschwand in einem dunklen Korridor.
Quixos betete noch einmal das Glaubensbekenntnis. Er packte sein Schwert das noch in der Scheide steckte am Griff und sprach:
"Tarnaris mein Freund, es geht ab in deine Heimat meine Schuld begleichen. Wie ich es deinem Volk versprach."
Die heilige Klinge zitterte vor Aufregung und tief im verborgenen konnte der Inquisitor die darin gebundene Seele vor Freude jaulen hören.
Geschichte der Sindelstein:
Es wird langsam dunkel. Valerian lümmelt auf zwei Strohballen, umgeben von einigen Soldaten unter einem Vorzelt, ein Glas Wein in der Hand. Rund um die kleine Gruppe herum hektische Betriebsamkeit. Die beiden Pegasusbanner haben ihren Abschnitt ausgebaut und der Dienst ist für heute beendet. Überall im Lager brennen kleine Feuer, an denen das mehr oder weniger gut gekochte Essen der einzelnen Decurien schmurgelt. Nur die Wachen haben die ehrenvolle Aufgabe, für die Sicherheit der KameradInnen durch aufmerksame Beobachtung der Vorwerke zu sorgen. Eine Soldatin, keine 20 Jahre alt, schärft mit einem Schleifstein Bogenspitzen. Ein weiterer Soldat, man sieht ihm die Erfahrung an den tiefen Furchen im Gesicht an, ölt seine Waffe. Die Stimmung ist den Umständen entsprechend gut, obwohl niemandem wirklich nach Feiern zumute ist. Valerian tauscht einige Sätze mit der Decuria aus, welche sich ebenfalls bei der Gruppe niedergelassen hat.
„Das Lager ist aufgebaut. Das Korps der Heiler hat ebenfalls in der Überdachung Quartier bezogen. Wir sind einsatzbereit. Wir warten noch auf die letzte Lieferung der Vorräte, aber ansonsten ist alles in Plan.“ Der Priester nickt bedächtig und nippt ein wenig gedankenverloren am Wein. „Danke Decuria.“ Die Decuria nickt, steht auf und nimmt sich mit der Schöpfkelle einen Batzen an Eintopf. Der Eintopf ist eingekocht und fällt, sehr zum Missfallen der Soldatin, als ein kompaktes, patziges Stück in die Schüssel. Die Soldaten rundherum grinsen verstohlen und auch Valerian kann sich eines süffisanten Lächelns nicht erwehren. „Nicht ganz vergleichbar mit der Kasernenkost.“, lässt er beiläufig fallen und spült die Worte mit einem Schluck Wein hinunter. Die Decuria starrt in die Schüssel stochert mit dem Löffel im Brei und murmelt wenig begeistert: „Wenn ich es nicht besser wüsste, hätte ich es für Mauermörtel gehalten.“ Ein leises Lachen geht durch den Haufen die SoldatInnen und die Decuria lässt sich auf einem der Strohballen nieder, noch immer leicht fassungslos ob der Qualität des Eintopfes.
Nach dem Essen widmen sich die Soldaten im Kreis des Feuers ihrer Tätigkeiten. Ein Soldat, an den Tattoos im Gesicht als Rwang zu erkennen, hat sich eine Pfeife angezündet während zwei weitere Soldaten ein Würfelspiel ausgepackt haben und über einem Becher Wein Kupferstücke den Besitzer wechseln.
Die junge Soldatin widmet ihren Pfeilspitzen weiter die volle Aufmerksamkeit. Sie hat noch keine zweimal aufgeblickt, seitdem sich das kleine Grüppchen hier versammelt hat. Es sieht so aus, als ob sie das Ziel verfolgen würde jede einzelne der Spitzen zur Schärfe eines Rasiermessers zu schleifen. Valerian mustert die junge Frau eindringlich. Schließlich greift er nach der Weinflasche, füllt seinen und den Becher des neben ihm sitzenden Soldaten auf und fragt beiläufig: „Was bedrückt dich, Soldatin?“ Die Soldatin hält kurz inne, schleift dann ihre Spitzen weiter ohne aufzublicken. Die Blicke der restlichen Soldaten richten sich auf die junge Frau. „Freiherr, darf ich offen sprechen?“ Valerian nimmt einen Schluck aus dem Becher „Ich bitte darum“. Nach zwei kurzen Sekunden seufzt die Frau, blickt auf und sieht Valerian an. „Warum kämpfen wir hier? Warum sind wir hierher gesendet worden? Haben wir in Whenua nicht genug Probleme? Fly hat unsere Hauptstadt abgebrannt, wir jagen die Totenbeschwörer des Muel`Sa und die Flüchtlinge fressen uns die Haare vom Kopf, geschweige denn dass es keine Scheune in Linsar gibt, in der sich nicht ein paar Taugenichtse verkrochen haben. Warum sind wir hier?“ Valerian blickt in den Becher, sieht dann in die Runde „Ist das eine Frage, die hier noch andere beschäftigt?“ Die SoldatInnen blicken sich unsicher an, dann beginnen einige von ihnen fast verschämt zu nicken. Valerian blickt in die Runde, hebt eine Augenbraue und setzt sich ein wenig auf. „Berechtigte Frage. Lasst mich das ein wenig ausführen.“
Er greift nach einem Stock und beginnt damit im Lagerfeuer zu stochern. „ Tricius, deine Schwester hat vor einem Monat entbunden, oder?“ Der Soldat blickt fast ein wenig erschrocken auf „Ja Herr, eine Tochter. Valentina“ Valerian nickt, deutet mit einem Stab auf eine andere Soldatin. „Du kommst aus Hammerschmidt, richtig?“ Die Soldatin blickt Valerian an und nickt „Ja Herr, meine Familie hat dort am Fluss eine Gerberei. “ Valerian blickt den Rwangkrieger an „Und du, bist vor drei Monaten zu uns gekommen, Adlersippe, oder?“ Der Krieger nickt bedächtig und mustert den Freiherren. Valerian hält kurz Inne. „Jeder von Euch hat es zum Teil den Traleanern zu verdanken, dass es ihm oder seinen Liebsten gut geht. Valentina war eine schwere Geburt. Der Medicus war aber rechtzeitig zur Stelle.“ Tricius nickt und blickt ins Feuer. „Der Medicus war deshalb rechtzeitig, weil wir die Heilerakademie in der Hälfte der vorgesehenen Zeit aufbauen konnten. Die traleanischen Steinsinger haben uns viel Zeit und Geld gespart, die wir in die sofortige Ausbildung gesteckt haben. Deshalb war in deinem Dorf ein Medicus, der gerade seine Prüfung vorbereitet hat.“ Dann blickt er zur Soldatin. „Eure Gerberei steht direkt am Überflutungsgebiet des Flusses. Die Steinsinger haben mit den Zwergen in Hammerschmidt gesprochen und eine Regulierung gebaut. Nie wieder Überflutung“ Dann geht sein Blick zum Rwangkrieger. „Die Traleaner haben uns großzügig unterstützt, als sie von der Katastrophe in Ostarium gehört haben. Wir müssen die Flüchtlinge unterbringen, müssen sie immer noch versorgen. Ohne das Gold und die Ressourcen der Traleaner hätten wir den Bereich, in dem dein Stamm jetzt frei jagen darf, roden müssen. Ihr habt es direkt und indirekt den Traleanern zu verdanken, dass meine Mutter euch die Jagdrechte gewähren konnte.“ Er setzt den Becher ab, stützt seine Ellbogen auf die Knie und beugt sich leicht nach vor und blickt einen Soldaten nach dem anderen an. „Wir sind hier, um einen Teil dieser Schulden zu begleichen. Wir sind alle Diener unseres Volkes. Ihr, weil ihr mit Feuer und Schwert diejenigen verteidigt, die sich nicht wehren können. Ich, weil ich dafür Sorge trage, dass unser Volk sicher leben kann, koste es was es wolle. Wir sind hier, weil Sindelstein ohne Tralea die Krisen nicht so meistern hätte können. Wir sind hier, weil wir immer dort stehen, wo andere nicht mehr helfen können und wir sind hier, weil das Wohl der anderen über unserem eigenen Wohl steht.“ Schweigen breitet sich aus. Keine der SoldatInnen sagt etwas. Die junge Frau blickt weiter auf die Pfeilspitze, die sie zwischen den Fingern hält, setzt dann an: „Freiherr?“ Valerian blickt auf sie hinunter. Sie sieht zu ihm hoch und lächelt verschmilzt „Damit kann ich leben“.
Die Schlacht um Noregar im Utalia Gebirge
Aus der Sicht von Alanden:
Schreie, schreckliche Schmerzensschreie, vermischt mit den Lärm der Schlacht vermengten sich und steigerten sich zu einer wahren Kakofonie des Todes. Das Geklirre von Metall auf Metall als Waffen auf Schilde traffen, das Donnern der Musketen und Pistolen ebenso wie das Brüllen der großkalibirgen Kanonen auf den Türmen. Pfeile schwärzten den Himmel ebenso wie der Rauch der Schwarzpulverwaffen, die Sonne versuche ihre Strahlen durch diese an ein Schutzschild erinnernde Schicht zu bahnen und tauchte so das Gemetzel darunter in ein schauriges Zwielicht.
Heute Morgen, als er noch im Lager der Kommandanten war, bevor der Feuerring geöffnet wurde, war es noch ein wunderschöner Tag. Vögel zwitscherten, die Sonne schien von einem wolkenlosen blauen Himmel, sogar eine Ente quackte, doch dann begann die Schlacht. Dieser paradisische Tag stand so konträr zu den bevorstehenden Ereignissen, dass es beinah gespenstisch anmutete, doch die Ereignisse, der drohende Weltuntergang nahten heran und mit ihnen verdunkelte sich der Himmel und die Tiere verstummten.
Alanden stand bei einer Einheit von traleanischen Schwertkämpfern. Schilde wurden hochgehoben als die schier endlose Flut an Kenaris Kreaturen gegen diese strömte wie Wellen an eine felsige Klippe. Schwerter wurden gezogen, bohrten sich in verderbtes Fleisch, rissen Wunden so tief wie Fjorde ehe der dunkle Lebenssaft der Kenaris sich auf den Boden ergoss um diesen zu beflecken.
Stahl traf auf Stahl, die großkalbrigen Kanonen auf den Türmen bearbeiteten die feindlichen Maßen mit Dauerfeuer, doch so viele sie auch vernichteten, es waren dennoch zu wenige. Dank den Petrovianer hatten sie ein ausgeklügeltes System, welches den Kanonen erlaubte ununterbrochen zu feuern. Mehrere Kanonen waren auf einer drehbaren Plattform auf jeden Turm montiert, während die nach vorn Gerichtete schoß, wurden die anderen nachgeladen und bereit gemacht.
Einen Paukenschlag glich jeder Schuss, welcher Dutzende von Kenaris auslöschte, doch diese waren unaufhaltsam.
Knapp zwei Stunden nach dem der Feuering hier geöffnet wurde strömte der Feind einer Flutwelle aus schwarzen, verderbten Wasser gleich, hervor. Die Schlacht, das wussten sie alle, konnte nicht gewonnen werden. Dutzende Völker eilten Tralea zur Hilfe als dies rief, Petrovianer, Whenuaner, Tanaren, die Schlangenwesen und noch viele mehr. Sie alle standen hier zusammen kämpften hier zusammen eine aussichtslose Schlacht, eine Schlacht die niemals gewonnen werden könnte, doch das musste sie auch nicht.
Es war später Abend, ein ruhiger Abend, als Alanden sich im Zelt der Kommandanten einfand. Als die Traleaner riefen erhörte er ihren Ruf. Vor beinahe drei Monaten, in der Schlacht gegen Cryx, damals als er den Bridgebrunern beigetreten war, lernte er sie kennen. Er wurde von ihnen gut bezahlt, als sie riefen erhörte er ihren Ruf. Als Ostarium fiel, als sein Vater starb, schwörte er sich, so etwas nie wieder zuzulassen, damals war er leider nicht anwesend, war auf den Inselreichen, er rächte sich an Cryx, doch dem war noch nicht Genüge getan. Als die Traleaner riefen erhörte er ihren Ruf, denn er schwor sich, keinen Verbündeten sollte so etwas wiederfahren wie ihm, wie Ostarium wiederfahren war. Doch war er nicht der Einzige der den Ruf folgte, Tausende hatten sich eingefunden. Tausende um Tralea zu helfen um hier zu kämpfen und zu sterben, für Tralea, für Ancora, für die Freiheit und für das Licht.
Leutnant Nikolai Garev, Anführer der dreitausend in Tralea stationierten petrovianischen Strilitzen war über die Karte gebeugt, schob die fein gearbeiteten Figuren, jede symbolisierte eine kleine Streitmacht, an die richtige Position und erklärte die Taktik. Der Feind, die Kenaris waren verderbte Kreaturen ohne Selbsterhaltungstrieb, sie haben kein einheitliches Erscheinungsbild, vielmehr fanden sich jegliche Art von Geschöpfen in ihren Reihen, sie galt es aufzuhalten. Leutnant Garev räumte sogleich ein, dass die Aussicht diese Schlacht zu gewinnen bei Null stand, doch es galt auch nicht die Schlacht zu gewinnen, vielmehr war sie ein Ablenkungsmanöver. Tief im Berg, in den Gedärmen der Erde, in den Katakomben der alten Zwergenfeste war das eigentlich Ziel verborgen. Eine Gruppe von Helden machte sich auf den Weg, stieg in die Untiefen der Welt unter Tage um die Quelle der Macht, welche die Kenaris versorgte zum Schweigen zu bringen. Die Schlacht hier draußen sollte dieser Gruppe von tapferen Helden lediglich die benötigte Zeit dafür erkaufen. An diesem Abend erfuhr er auch, dass fünfzig Paladine, Brüder und Schwestern des Ordens der Hüter der heiligen Flamme, von der Sonneninsel nach Tralea reisten um im Kampf gegen das Böse zu helfen. Alanden kannte diese ehrbaren Männer und Frauen, auch wenn er ihre religiösen Ansichten nicht teilte, waren sie Verbündete gegen Cryx und teilten mit ihm ein gemeinsames Ziel. Wie er jagten sie Dämonen, Hexenmeister und dunkle Zauberer, wenn auch er es des Goldes wegen und nicht aus religiösen Gründen tat. An diesen Abend sprach er sich mit Bruder und Inquisitor Quixos ab, besprach mit ihm die Jagd nach Dämonen und das Vorgehen in der Schlacht gegen die Kenaris. In zweier Gruppen, je ein Bruder und eine Schwester, würden die Paladine der heiligen Flamme die Linien verstärken, Alanden würde sich einer dieser Gruppen anschließen und nach den gefährlichen Bestien der Kenaris Ausschau halten, welche an so manche Dämonen oder finstere Geschöpfe der verschiedenen Mythologien der hier versammelten Völker erinnerten.
Erneutes Brüllen der Kanonen erfüllte den Himmel, mit seinem Schwert in der Rechten erstach Alanden einen Kenaris, drehte die Klinge in dessen Brustkorb bis er das Bersten der Rippen vernahm ehe er seine Waffe wieder befreite. Ein Weiterer stellte sich ihm in den Weg, geschickt duckte er sich unter den Hieb des zweihändig geführten Hammers hindurch, machte eine Drehung und schlitzte dem hässlichen Geschöpf den Bauch auf. Faulig riechende und verderbte Eingeweide klatschten auf den Boden, vermischten sich mit den metallischen Geruch von Blut und den süßlichen Gestank von verbrannten Fleisch zu einer Art Mosaik des Wahnsinns.
Fast fünfzehn Augenblicke dauerte es ehe wieder etwas Ruhe einkehrte, fünfzehn Augenblicke in den viel zu viele Leben gefordert wurden, fünfzehn Augenblicke welche den Heilern genügend Verwundete zu versorgen bescherten. Wie Engel huschten diese in ihren hellen Gewändern durch die Reihen der Verteidiger, schafften Verwundete, die nicht mehr kampffähig waren nach hinten um sie zu pflegen.
Die Kenaris griffen ihn Wellen an, zwischen jeder lagen wenige Augenblicke der Ruhe, in dieser konnten Wunden versorgt werden, Gebete gesprochen und Musketen nachgeladen werden. Es waren kostbare Augenblicke der Ruhe, welche dafür sorgten, dass sie noch nicht ganz überrannt worden waren.
Immer wieder wurden magische Boten zwischen den einzelnen Streitmächten hin und her gesandt, die Bestien der Kenaris wurden auf den Schlachtfeld gesichtet. Dank der Gruppe welche in den Berg vorgedrungen war, wussten sie wie man diese bekämpfen konnte. Alanden war Dämonenjäger, er jagte Untote, Hexer und allmögliche böse Gestalten. In seinen Beruffsstand wusste man, dass eine mit Silberkugeln geladene Waffe einen das Leben retten konnte, momentan hatte er sogar zwei davon, zwei doppelläufige Pistolen, am Gürtel hängen. Er war vorbereitet als die nächste Welle kam und mit ihm mehrere Kreaturen, sechs an der Zahl, welche an Ghoulen der Mythologie erinnerten.
Schwester Aurora und Bruder Silas beides Hüter der heiligen Flamme waren nicht weit von Alanden entfernt. Schnellen Schrittes überbrückte er die beinahe zehn Metern zu den beiden Paladinen und machte sie auf die kommende Bedrohung aufmerksam.
Immer näher und näher kamen diese sechs Geschöpfe und mit ihnen weitere Kenaris. Befehle wurden gebrüllt und Alanden teilte den traleansichen Schwertkämpfern mit, dass sie ihm und den beiden Hütern den Rücken decken sollten, denn diese Ghoule konnte man mit herkömmlichen Waffen nicht verwunden.
Kaum waren die Ghoule in Reichweite sprach Schwester Aurora ein Gebet und die heilige Flamme tauchte ihr zweihändig geführtes Schwert in ein gleißendes Licht, die Ghoule wichen geblendet zurück. Dies nutzte Alanden, griff zu seinen beiden Pistolen und verpasste zwei Ghoulen je zwei Treffer mit den Silberkugeln, sie gingen reglos zu Boden. Bruder Silas stürmte waghalsig und heroisch nach vone, teilte Hiebe und Stiche mit seiner geweihten Waffen aus. Er tötete einen weiteren Ghoule ehe ihn einer, von seiner heiligen Waffe schwer verwundeter Ghoule, von hinten in Fetzen riss. Um den Tod ihres Ordensbruders zu rächen brüllte Schwester Aurora eine Herausforderung, die verbliebenen drei Ghoule näherten sich ihr, ebenso wie Alanden welcher seine Pistolen verstaut und sein Schwert gezogen hatte.
Seine Waffe war zwar nicht geweiht, doch Bruder Quixos hatte ihm am Vorabend ein Fläschen mit Weihwasser gegeben und dieses träufelte er nun auf seine Klinge. Seite an Seite kämpfte er mit Schwester Aurora und nach wenigen Augenblicken lagen drei tote Ghoule zu ihren Füßen, der schweren Rüstung der beiden war es zu verdanken, dass sie kaum Verletzungen davon getragen haben. Die Schlacht würde noch lange weitergehen, die Kenaris schienen unaufhaltsam, inständig hoffte Alanden, dass es der Gruppe bald gelingen würde die Macht im Inneren des Berges zu finden und zu zerstören. Alanden war nicht religiös doch in diesen Moment schickte er ein Stoßgebet zu allen ihm bekannten Göttern, denn lange würden sie nicht mehr durchhalten. Er wusste es gab noch weitere Bestien, ähnlich wie die der Ghoule und ihm ging die silberne Munition aus. Wenn die Gruppe sich nicht beeilt, würden sie hier und heute fallen und mit ihnen Tralea und schließlich ganz Ancora.
Aus der Sicht von Kari´mar:
Ein Trupp von vielleicht mal zwanzig Mann wurde von den Kameraden getrennt. Die Gegner hatten sie in einen Kessel getrieben. Die Kreaturen waren erbarmungslos, ohne jegliche Emotion. Fast die Hälfte der Männer und Frauen waren schon gefallen, die anderen hatten sich schon fast mit ihrem nahenden Ende abgefunden. Sie waren von den Kämpfen geschwächt, um Hilfe zu rufen würde keinen Sinn mehr machen. Dann, als sie die Hoffnung schon fast verloren hatten, entbrannte über ihnen ein Feuer, man konnte Schwingen erkennen, ein Laut gleich eines Gebirgsadlers war zu hören. Vor ihnen ging ein Feuervogel zu Boden und brannte einer Welle gleich ein Loch in die Reihen der Kenaris. Noch während die Krallen des Tieres den Boden berührten, verwandelte es sich zur Gestalt einer Frau, in Asche gehüllt, das Feuer als Schwert führend. Sie hatte vor, sich in Richtung der Truppen durchzukämpfen, diese Flanke frei zu bekommen. Die Krieger fassten neuen Mut, an der Seite einer Tae Inea. Niemand wurde im Stich gelassen. Wir kämpfen für jeden einzelnen. Seite an Seite. Kari’mars kalter, emotionsloser Blick ließ sie jedoch Abstand zu ihr halten. Sie wirkte, als wäre sie gar nicht anwesend. Dabei tanzte sie durch ihre Feinde, mit Bewegungen, die zur Kälte, welche aus ihrem Blick sprach, nicht passten. Die Truppe, von der die Gruppe getrennt wurde, hatte sich weiter entfernt als zuerst gedacht. Es war auch für eine Tae Inea nicht leicht, gegen die Kreaturen der Kenaris zu kämpfen. Es zeugten Wunden, Blut und zerrissene Rüstung davon. Auch Tae Inea waren nicht unsterblich. Kari’mar würde kämpfen, bis zum Ende. Ein Gedanke verfolgte sie schon lang ‚Bald ist es vorbei…bald‘. In diesem Moment spürte man die Unterbrechung im Kampfgewühl, der Lärm änderte sich etwas… als hätte es die Erde erschüttert. Utalia. Das Portal. ‚Jetzt !!‘, brüllte die Frau ihren Mitstreitern zu und stürzte sich auf den nächsten Gegner. Auch die Kameraden hatten es nun begriffen, dies war der letzte Schlag, das Portal war geschlossen. Kari’mar schöpfte neue Kraft, das Feuer brannte stärker denn je, die Gegner waren für diesen Moment völlig orientierungslos und fielen einer nach dem anderen zu Boden. Sie hatte sich entfernt von den anderen. Die Kälte aus ihren Augen verschwand langsam. Sie blickte auf die toten Leiber, zwischen denen sie stand. Sie hatte sich wieder wie in Trance befunden, ihre Verletzungen nicht bemerkt. Ihr rechtes Bein gab plötzlich nach und sie landete im Staub. Am Horizont sah sie die großen Schwingen eines silbernen Drachen, es versetzte ihr einen Stich in die Brust und sie hörte den Gesang eines Ineas. ‚Lianus!‘ Augenblicklich stimmte ihr Inea in ein Lied der Erleichterung ein, welches den Brüdern und Schwestern Kraft gab, Kraft, wieder aufzustehen.
Aus der Sicht von Lianus:
Als er hochgehoben wurde und in den Klauen des Drachen davongetragen wurde war Lianus durch die Wunden geschwächt in einer Art Wachtraum in der sich die letzten Stunden vor seinen Augen wiederholten.
Er erlebte wieder als er zu den versammelten Kriegern sprach und sie um Freiwillige bat.
„Worum ich hier bitte ist der sichere Tod“ hörte er seine eigene Stimme. „Ich bitte um Krieger die mit mir dort kämpfen werden wo es keine Rettung geben wird, den wir werden es sein die die Rettung bringen. Ich bitte um Kameraden die noch mehr ertragen werden als die meisten anderen“
Der Wind strich sanft über sein Gesicht bei jedem Flügelschlag des Drachen und für einen Moment war er wieder im hier und jetzt bevor ihn die Ohnmacht wieder umschloss.
Einer der roten Riesen grunzte ließ seine Keule auf den Boden krachen und trat vor. „ICH FOLGE DIR“ dröhnte seine Stimme „so wie ich“ „Und ich“ „Verflucht, ich komm hier eh nicht mehr weg, warum nicht zum Teufel dann als Held verrecken, ich bin dabei“ und viele weitere.
Überall Geschrei und das infernalische Krachen der Kanonen sowie Metall auf Metall.
„Dorek bei allem was dir heilig ist diese Bresche muss halten“ hörte Lianus sich schreien während er mit Schwert und Feuer gegen die Flut aus Klauen und Zähnen ankämpfte. Der Riese grunzte und drosch wie von Sinnen auf alles das versuchte durch dieses Loch zu kommen. „Wir haben alle, Rückzug!“ erklang eine andere Stimme und sie befanden sich an einem anderen Ort.
„Angriff“ wollte er den Befehl erteilen doch seine Kameraden stürmten bereits vor. „Orlandin“ der Elb der sich ihm angeschlossen hatte jagte Pfeil um Pfeil in die Horde die sich über die Brücke ergießen wollte. Die Verteidiger hatten nicht die Zeit gehabt die Brücke zum Einsturz zu bringen und der Mechanismus auf dieser Seite war zerstört. Ihren Zorn hinaus brüllend stürmten die schwer Gerüsteten Nauris über die Brücke und verhinderten das die Kenaris sie überschreiten können.
Einer der Nauris nickte Orlandin zu und zu spät erkannte Lianus was sie planten. „NEEEEIIIIN“
Doch die Brück fiel bereits und die Nauris und der Elb führten ihr letztes Gefecht.
Durch einen magischen Spalt mitten in die Kenaris erschienen droschen sich die Kameraden einen Weg zum Aufgang des Kanonenturms. Der Pfad war zu schmal für Dorek „Geht“ brüllte der Riese während seine Keule den Feind zermalmte „Wagt es nicht meinen Tot sinnlos zu machen!“
Er packte Lianus am seiner Rüstung und warf ihn die Stiegen hinauf. „Holt euch das Vieh“
Brüllend drehte er sich um und verschwand in einem Meer von Leibern.
Der Drache landete und kräftige Arme packten ihn und kurz darauf wurde das Licht das durch seine Augen schien dunkel.
Er schmeckte Staub und Blut, sein Blut. Alles fühlte sich so seltsam an und als er auf seine Hand blickte züngelte auf ihr sein feuriges Blut. Verwirrt blickte er auf das große Stück Holz das aus seinem Körper ragte und nahm nur vage die Männer und Frauen um sich wahr. „Du bist echt schwer umzubringen. Den Göttern sein Dank. Talin schneidet dich los und dann hauen wir hier ab.“
Blut war in seinem Mund und das Sprechen viel im schwer. „Lasst mich hier, ihr habt eine Aufgabe, erfüllt sie.“ „Aber wir können doch nicht … „ „GEHT und haltet diese Festung zusammen!“ wollte er sie laut anschreien doch es war mehr ein leises flüstern. Sie verstanden jedoch nickte ihm zu und gingen.
Schatten fielen und als er die Augen öffnete sah er eine der Schattengestalten der Kenaris über sich stehen. Nichts konnte ihn mehr retten und ein Gefühl von Trauer überkam ihn. „Komm lass mich das letzte sein das du in einem Leben tötest“. Im selben Moment als die Kreatur ausholte brach etwas in seinen Augen. Verwirrt blickte es sich um und verschmolz mit den Schatten.
„Hier bei den Göttern, ist der ein sturer Hund, hier drüben, er lebt noch!“
Aus der Sicht von Zaphryn:
Zaphryn steht am Rande des Schlachtfeldes. Seite an Seite mit Kaleeya, spricht er mehr zu sich selbst als zu ihr, das er nicht aufhören wird zu Heilen solange noch ein Funken leben in ihm steckt. Sie vereinbaren sich im Lager wieder zu treffen sollten sie getrennt werden. Inzwischen überrascht es Zaphryn nicht mehr wenn er die Warnungen des Engels hört. Und an diesem Tag hat er sie natürlich erwartet. Damit Beginnt die Ruhe vor dem Sturm.
Die Flammenwand fällt und die Artillerie hält den Feind auf. Zaphryn weiß das die Kanonen ihnen Zeit Kaufen aber die Schlacht weder gewinnen können, noch den Feind auf Dauer aufhalten. Die Kenari Laufen in die vorbereiteten Fallen, nur um sie mit ihren Leichen zu blockieren und damit für die Nächsten Reihen den Weg frei zu machen. Die Strilizen beginnen zu feuern sobald der Feind in Reichweite ist, doch die Erkaufte Zeit die den Feind von den eigenen Truppen fern hält ist fast aufgebraucht. Ein par letzte geflüsterte Gebete bis die Kenari auf die Truppen treffen denen sich Zaphryn angeschlossen hat.
Er kämpft mit seinen Kameraden bis es Verletzte gibt um die er sich kümmern muss. Er holt sie sich aus den Reihen und beginnt ihre wunden zu versorgen. Die Nadel mit der er ihre Wunden vernäht glüht in seiner Hand doch verbrennt ihn nicht. Shar’nin Gott der Schöpfung mit dem Zaphryn einen Vertrag geschlossen hat ist an seiner Seite. Die Wunden schließen sich kurz nachdem sie vernäht wurden. Als die Zahl der Verletzten zu Groß wird Stellt sich Zphryn in ihre Mitte und Beschwört die heilende Kraft der Elemente um seine verletzten Kameraden in eine Aura der Heilung zu hüllen. Mit einem Kampfschrei stürzen sie sich Wieder in die Schlacht. Zaphryn unter ihnen reagiert auf die lauten Warnungen des Engels, nur für ihn zu hören, weicht er Schlägen aus die ihn wahrscheinlich getötet oder schwer verletzt hätten. Er kämpfte bis es wieder Verletzte gibt um die er sich kümmern muss.
Dieser Ablauf wiederholt sich immer wieder. Zaphryn befürchtet das ende seiner magischen Kräfte bald erreicht zu haben als er spürt wie die Geister des Landes seine Kraftreserven wieder füllen. Doch werden immer wieder Leute dermaßen verletzt das auch Zaphryn ihnen nicht mehr helfen kann. Die Verteidigungslinie wird eine Zeit lang durchhalten aber nicht ewig. Zaphryn sieht die rechte Flanke einbrechen und hofft, dass es nicht zu viele Opfer gibt. Er möchte helfen aber den Ort zu verlassen hätte geheißen eine weitere Bastion zu schwächen. Die Hoffnung zu überleben schwindet aber die Truppen halten weiter stand. Plötzlich erscheint ein magischer Schildwall an der rechten Flanke und alle verbleibenden Truppen verstärken die bestehende Kampflinie. Ein Funken Hoffnung doch auch so werden sie nicht ewig überleben.
Nach einiger Zeit, Zaphryn kann nicht sagen ob Minuten oder Stunden vergangen sind bleiben die Kenari verwirrt stehen und hören auf zu kämpfen. Der Trupp der ins verlorene Reich der Nauris eingedrungen ist hatte Erfolg. Die Schlacht verwandelte sich in ein Gemetzel. Den Kenari wurde genauso wenig erbarmen entgegengebracht wie sie selbst gezeigt hatten.
Es dauert noch stunden bis alle versorgt sind die verletzt wurden. Erst danach nimmt er sich Zeit das Schlachtfeld zu betrachten. Er steht in einer der Bastionen und schaut auf ein Meer von Leichen. Er ist durch und durch getränkt vom Blut seiner Feinde, seiner Kameraden und seinem eigenen. Selbst von seinem Helm Tropft hin und wieder noch ein Tropfen. Das Schwert an seiner Hüfte ist Stumpf und die Erschöpfung die sein Wille ihn die ganze Schlacht lang nicht hat spüren lassen bricht über ihn herein. Es war ein Sieg doch keiner den er allzu bald Feiern würde. Zu Viele sind gefallen. Er Bedankt sich bei allen Mächten die ihm beigestanden haben und macht sich auf den Weg zurück ins Lager…
Aus der Sicht von Vincent Valerius:
Stolz. Ruhm. Ehre. Hieß es nicht immer dies wäre der Lohn für harte Arbeit, Tapferkeit und Aufopferung? Vincent ballte seine Hände zu Fäusten als er den Blick über das Schlachtfeld schweifen lies, zu dem er am Tag nach dem vermeintlichen Sieg zurück gekehrt war. Tod und Verwüstung wohin das Auge reichte. Lebendig, wenn man dies so nennen konnte, waren nur jene braven Männer und Frauen die unermüdlich Gräber aushoben um die Gefallenen zu beerdigen. Sie viel Leid… Nur weil irgendeine Macht wieder einmal den Rand nicht voll genug bekommen konnte… Weil irgendwer meinte er müsse sich über andere erheben, andere beherrschen oder einfach nur andere vernichten. Egal ob es sich wie hier um einen endlos langen Krieg unter Göttern handelte, den die Sterblichen jetzt für sie beenden mussten, oder um einen Krieg unter Sterblichen selbst. Er hasste dieses Gefühl von Hilflosigkeit und Ratlosigkeit, denn die Fragen nach dem „Warum?“ und „Wofür?“, würden auch diesmal keine befriedigende Antwort finden.
In Gedanken kehrte er noch einmal zu den Ereignissen der letzten zwei Tage zurück. Er sah die Gesichter seiner Kameraden am Feuer in der Nacht vor der Schlacht. Sie hatten etliche Schlachtszenarien durchgespielt, am Plan die Truppen verschoben und Ersatzmaßnahmen für den Ernstfall getroffen. Sie hatten alles gemacht was vor so einem Kampf möglich war und nun war jeder in seine Gedanken vertieft. Valerian, der das Lazarett auf der rechten Flanken leiten würde und somit für genügend Stabilität sorgen sollte. Cassius, sein ehemaliger Kamerad aus der Linsar Garde, dessen Bruder hunderte Banditen und Diebe in die Schlacht als Sühne für Ihre Verbrechen mit der Aussicht auf Freiheit führen würde. Kaleeya, die er trotz, oder gar wegen, ihrem Hang zum ernüchternden Realismus wenn er selbst diesen nicht wahrhaben wollte, nicht an seiner Seite auf der linken Flanke in der Schlacht missen wollte, genauso wenig wie die Erfahrung und den Einsatz von Zaphryn’s Heilkünsten. Und schließlich Alanden, ein Krieger mit Schwert und Pistole, den er erst hier kennengelernt hatte, der in der Formationsmitte zum Einsatz kommen würde. Sie waren jene, die noch an diesem Abend das Lager verlassen würden um dem Feind in der Schlacht entgegen zu treten um acht ihrer Freunden die Zeit zu verschaffen die sie brauchen würden um in der Zwergenfeste das Portal zu finden, während der Rest hier im Lager für die Informationsverteilung und als Noteinsatztrupp fungieren sollte . Nur mit dem Erfolg des kleinen Trupps in den Tiefen des Feuergebirges könnte dieser Krieg enden. Sie kämpften also nicht gegen einen übermächtigen Feind um zu gewinnen… Sie kämpften für deren und gleichzeitig gegen ihre eigene Zeit…
Bei Sonnenaufgang war es dann soweit. Jeder hatte seinen Posten bezogen. Vincent führte die Chaoseinheit, wie die Truppe der Freiwilligen ohne große militärische Ausbildung aus allen Winkeln des Landes genannt wurde, in Begleitung von Kalieeya mit ihrer Einheit Kampferprobter Recken und Zaphryn auf das Feld. Er spürte die Angst der Freiwilligen, sah ihre Verzweiflung. Ihre Einheit stand ganz außen in der Schlachtreihe, immer bereit ausbrechende Dämonen aus dem linken Teil des Feuerrings abzufangen ehe diese auf das offene Feld zum Lager des Entsatz Trupps gelangen konnten. Rechts von ihnen waren die verbündeten Truppen aus Dieben und Mördern, dessen Rechtschaffenheit den Mut seiner Leute auch nicht steigen lassen würde. Er musste etwas tun… Er ging ein paar Schritte nach vorne, drehte sich um und gab Kaleeya und Zaphryn ein Zeichen sich zu ihm zu stellen.
„Das…“, begann Vincent laut an die Einheit gewandt „…sind meine Kampfgefährten!“ Er wartete ein paar Augenblicke um Ruhe einkehren und die Worte wirken zu lassen. „Einst waren sie Fremde für mich… Und heute sind sie meine Freunde. Wie ihr haben auch wir nicht immer gewusst wer neben uns steht, wem wir vertrauen können und noch viel weniger was die Zukunft bringen wird. Auch uns waren Furcht, Übelkeit oder das Gefühl zu versagen nicht fremd und sind es auch heute nicht. Aber wenn ich heute etwas weiß, dann daß ich mich auf sie verlassen kann, egal ob sie in der Schlacht neben mir stehen werden oder nicht… Blickt euch um… Seht in die Augen der Person neben euch… Jeder von euch kann jetzt zu so einer Person werden… Eine an die man glaubt, der man vertraut, auf die man sich verlassen kann.. Jeder von euch ist jetzt gefordert zu kämpfen. Für den anderen zu kämpfen. Mit einander zu kämpfen. Ich verspreche euch: Wir drei werden alles bis zum Letzten geben, und zwar für jeden hier. Und wenn es heute denn zu Ende gehen soll, dann im Namen aller Geschöpfe und aller Welten, dann soll es so sein. Aber wenn… dann gehen wir als Freunde. Als Gefährten die sich für einander aufopfern, die einander aus der Scheiße tragen, die einen Schlag für einen anderen abfangen weil ihr wisst, daß es der Mann oder die Frau neben euch genauso machen würde. Ich… Nein… Wir versprechen euch, daß wir alles daran setzen werden euch in dieser Schlacht zu führen, zu leiten und zu helfen. Heute sind wir alle eine gemeinsame Einheit. Eine Truppe, die den Mut haben wird niemals, aber wirklich niemals aufzugeben. Eine Truppe, die alles und jeden, der durch diesen Feuerring kommt, in den Arsch treten und dorthin befördern wird wo es hergekommen ist. Eine Truppe, auf die ganz Ancora stolz sein wird… Aber viel wichtiger… auf die jeder einzelne von euch selbst stolz sein wird.“
Vincent sah zu seinen Gefährten und merkte wie sie einerseits versuchten nicht den Kopf zu schütteln und andererseits jenes Gefühl von Selbstsicherheit zu übermitteln, welches es jetzt brauchte um diesen Kampf erfolgreich zu bestreiten. Er war ihnen sehr dankbar dafür. Es brauchte jetzt Hoffnung. In seinem Innersten wusste er, daß nicht jeder diese Schlacht überleben würde, aber er würde verdammt nochmal alles daran setzen, daß es dennoch gelänge. Vincent nickte seinen Kameraden zu, die sich darauf wieder zu ihren Gruppen begaben, um dort weitere Befehle geben und empfangen zu können.
Ein letztes Mal blickte er sich um, sah die teils offenen Münder, erstaunten Gesichter und hier und dort sogar ein Lächeln, als er seinen Schild von der Schulter nahm und sein Schwert zog. „Wer hilft mir diesen Tag zu einem guten Ende zu bringen?“, rief Vincent aus Leibeskräften während er die Faust mit dem Schwert darin den Truppen entgegen schlug. „ Wer wird mit mir dafür kämpfen, daß morgen wieder Frieden in diesem Land herrscht? Wer…“ Lautes zustimmendes Gegröle aus den Kehlen von hunderten und aberhunderten Menschen, Tarnaren, Schlangenmenschen, Orks, Elfen, Zwergen übertönten seine letzte Frage und lies keinen Zweifel mehr offen, daß sie von jetzt an eine Chance hatten…
Seine Lunge brannte, seine Beine schmerzten, doch er durfte nicht stehen bleiben. Kaleeya und er waren mit etwa 20 Mann aus der Formation ausgebrochen und verfolgten einen riesigen Lindwurmähnlichen Dämon der sich trotz seiner mächtigen Gestalt mit immenser Geschwindigkeit fortbewegte und den ersten Verteidigungswall durchbrochen hatte. Jeder Angriff war bisher gescheitert. Weder Stahl, noch geweihte oder magische Waffen konnten etwas gegen dieses Monster ausrichten und auch jeder Zauber prallte an der Haut der großen Echse ab. Einzig die Krater, die die Geschosse der Katapulte beim Beschuss auf das Untier verursacht hatten schienen es ein wenig verwirrt und orientierungslos gemacht zu haben. Er wusste nicht wie lange diese Taktik noch aufgehen würde, oder ob die Munition ausreichen und die Treffgenauigkeit nicht versiegen würde als er den magischen Boten ins Lager schickte und sich außer Reichweite der Bestie begeben hatte. Er wusste nur daß er sich jetzt beeilen musste. Der ‚Trank des Jägers‘, den seine Verbündeten im Lager zum Glück mit diesem Untier in Verbindung bringen konnten und ihm auf das Schlachtfeld teleportierten, ruhte in seiner Hand und war offensichtlich die einzige Möglichkeit diese Bestie doch noch zu besiegen. Er hatte kein gutes Gefühl gehabt sie mit der Horde der Kenari, die ihn aufgelauert hatten während er auf den Trank wartete, alleine kämpfen zu lassen, aber er war sich sicher, daß es Krutor, Deneb, und die anderen diesem verdammten Gesindel schon zeigen würden.
Hinter der nächsten Felsformation sah Vincent bereits Kaleeya und die anderen in sicher Entfernung zu den einschlagenden Katapultgeschossen, deren Ende aber wohl kurz bevor stand. Schnell benetzen sie so viele Klingen und Pfeile mit dem magischen Elixier wie es ihnen möglich war, als unter lautem Gebrüll der Schwanz des Dämons neben ihnen in die Erde fuhr. Vincent rollte sich ab und lief mit einigen der Krieger um den zertrümmerten Fels, bereit einen Gegenangriff zu starten. Doch kaum war er auf Höhe der Kreatur angelangt, bereit sein Schwert in das Fleisch seines Gegenübers zu schneiden, traf ihn der Schwanz und schleuderte ihn zur Seite. Wie von Sinnen versuchte er sich aufzuraffen während seine Gefährten den Lindwurm mit Schlägen eindeckten, doch seine Beine versagten ihm ob des harten Laufes zuvor den Dienst. Am Boden kauernd sah er etliche Pfeile den Panzer des Dämons durchdingen gefolgt von Schreien des Schmerzes. Der aufgewühlte Staub umhüllte wie Nebel seine Augen und nur schemenhaft erkannte er die Silhouette die immer größer werdend auf ihn zulief. Intuitiv brachte er Schwert und Schild vor seinen Körper, stemmte sich vom Boden ab, alle Kraft in seinen Stand investierend, als er neben sich einen Windhauch verspürte, gefolgt von einem erneuten Schrei der Bestie welche zur Seite wankte. Vincent blickte sich um und sah Kaleeya die einen weiteren Wurfdolch aus ihrem Halfter zog. Sie nickte ihm nur kurz zu und deutet ihm endlich aufzustehen. Er erwiderte ihr Nicken und setzte der schuppigen Kreatur nach. Durch die neue Durchschlagskraft ihrer Waffen dauerte es nur wenige Minuten ehe sie den Koloss endlich zu Boden brachten und ihm ein Ende bereiteten. „Schnell zurück.“, riefen Kaleeya und Vincent fast gleichzeitig um Atem ringend, denn sie wussten, daß jede Sekunde kostbar war und sie wieder zur linken Flanke zurückkehren mussten. Ein Gegner war besiegt, aber die Schlacht noch lange nicht gewonnen…
Es dauerte noch Stunden unerbittlichsten Kampfes und aufopferndem Durchhaltevermögen, als vor ihnen in der Ferne endlich das Feuer des Ringes erloschen war. Fassungslose Gesichter glaubte Vincent in den Dämonen, aber auch in den Menschen um ihn herum zu erkennen, als allen bewusst wurde, daß seine Freunde das Portal erreicht hatten und dass es keine Verstärkung mehr für die Monsterschar geben würde. Mit dem Mut der Verzweiflung und der allerletzten Kraft die er noch aufzubringen vermochte, forderte er alle seine verbliebenen Truppen auf ihm in diesem letzten Ausfall zu folgen und den Feind zu vernichten ehe sich die Wesen wieder formieren konnten. Sie mussten jede dieser Bestien vernichten, wollten sie heute Abend in Ruhe und Sicherheit schlafen wollen…
Ja, dachte Vincent mit einer Mischung aus Erleichterung und gleichzeitig Verachtung. Er hatte heute in Sicherheit schlafen können. Aber was ist mit den tausenden Leben die diese Schlacht gefordert hatte? Was war mit ihnen? Als ob sie seine Gedanken lesen konnte, klopfte ihm Kaleeya aufmunternd auf seine Schulter. „Jetzt alle haben Frieden. Auch Tote. Alle finden jetzt Ruhe. Du auch endlich damit anfangen, Optimist Vincent Valerius, feuerbändigender Held seines Zeichens, Retter der Jungfrauen und Schlächter der Drachen…“. Sie lächelte ihm gutmütig zu während er ob der Anrede, die sich seine Freunde gestern Abend für ihn neckisch aber dennoch lästig ausgedacht hatten, nur die Augenbraue hoch hob.
Sie hatte Recht. Das Opfer, daß so viele gestern gebracht hatten, war nicht vergebens gewesen. Ein Feind, ein großer mächtiger Feind war besiegt worden und dieses Land sollte jetzt endlich Frieden haben. Sein Freund Lianus hatte sein Versprechen gehalten und dieses Land bis zuletzt verteidigt, und er war froh und auch ein wenig stolz, ihm dabei geholfen zu haben. Irgendwie gab ihm das Mut, denn er wusste nun, daß es möglich war einen schier unbesiegbaren Gegner schlussendlich doch noch bezwingen zu können. Er wusste nun was zu tun war und wie sein weiteres Leben aussehen sollte. Voller neuer Zuversicht erwiderte er Kaleeya’s Lächeln.
„Komm, lass uns den anderen helfen.“
Aus der Sicht von Kaleeya:
Der Pfeil flog so nah an ihrem Gesicht vorbei, dass die Befiederung ihre Wange streifte und die Haut aufriss. Der heranstürmende Kenari wurde mitten in seinem Lauf gestoppt, als das Geschoss sich tief in seine Kehle grub und brach mit einem gurgelnden Röcheln vor Kaleeya nieder. Die Vela atmete erleichtert auf und warf einen raschen Blick über ihre Schulter, als sie sich nach ihrer Waffe bückte, die ihr Momente zuvor aus der Hand geschlagen worden war.
Kian ließ den Bogen sinken und deutete eine Verbeugung an, während er ihr zu grinste. Der dalriadische Bogenschütze hatte sich mit einem bedeutend längerem Namen vorgestellt, doch sie hatte sich darauf beschränkt, sich diesen Teil zu merken. Sie nickte ihm kurz zu und suchte dann mit den Augen das Schlachtfeld nach der rot-schwarzen Rüstung von Vincent Valerius ab. Der ehemalige Optio führte wieder einen kleinen Ausfall an, doch die vorherige Attacke hatte sie von der Gruppe getrennt. Schließlich machte sie ihn und Zaphryn aus, wie sie sich gemeinsam gegen die Kenaris warfen und mit ihren Waffen Breschen in die Reihen der Feinde schlugen. Die beiden manövrierten sich mit den geschmeidigen Bewegungen erfahrener Kämpfer um die Kenari herum, wichen Hieb um Hieb aus, um gleich darauf selbst zuzuschlagen. Doch auch sie würde irgendwann die Kraft verlassen. Die Vela befehligte einige der Umstehenden zu sich und gab den Bogenschützen aus Dalriada ein Zeichen, sie zu unterstützen. Die Fernkämpfer schickten Pfeil um Pfeil präzise in die Meute der Feinde und ebneten ihnen so den Weg zu ihren Kameraden.
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Ein scharfer Schmerz riss die Vela gnadenlos aus der tauben Umarmung der Ohnmacht zurück auf das Schlachtfeld. „Halt‘ sie fest!“ nahm Kaleeya undeutlich Zaphryns Stimme dicht neben sich wahr. Erst danach bemerkte sie den Griff um ihre Schultern und erkannte Lesoraya, eine Kriegerin ihres Volkes. Gerade als sie ihre Zunge dazu zwingen wollte eine Frage zu formulieren, kehrte der Schmerz zurück und Kaleeya erkannte, dass er von der Nadel stammte, mit welcher der Heiler Stich um Stich die klaffende Wunde an ihrem Oberschenkel nähte. „Wäre der Schnitt ein wenig tiefer, könnte ich dir nicht mehr sagen: pass besser auf“, grummelte er leise vor sich hin, ohne den Blick von seinem Tun zu nehmen. Kaleeya biss die Zähne zusammen und krallte eine Hand in Lesorayas Unterarm. Die andere Vela ertrug die Geste mit stoischer Miene. Endlich legte Zaphryn mit geübten Fingern einen Verband an, nickte ihr kurz zu und erhob sich dann, um nach den anderen Verwundeten zu sehen.
„Kannst du aufstehen?“ Kaleeya versuchte ihr Bein anzuziehen, doch schnell unterließ sie den Versuch wieder. Widerwillig schüttelte sie langsam den Kopf. „Ich hole Ral’Norem. Er wird deine Wunde weiter heilen. Du wirst auf dem Schlachtfeld gebraucht.“ Lesoraya stand auf und ging mit festen Schritten davon, während die Vela ihren Kopf zurück sinken ließ und es sich gestattete, die Augen einen Moment zu schließen.
Ja, sie hatte ihre Leute in diese Schlacht geführt. Also war es ihre Pflicht an ihrer Seite zu stehen. Koste es, was es wolle.
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Welchen Namen die widernatürliche Kreatur trug, die sich über das Schlachtfeld wälzte, hatte Kaleeya bereits wieder vergessen. Doch schnell hatten sie herausgefunden, dass die Geschichten, die sie am Tag zuvor gehört und gesammelt hatten bei diesem Kampf unerlässlich sein würden. Vincent Valerius hatte mit Denebs und Krutors Hilfe einen Trank beschafft, der es ihren Waffen ermöglichen sollte die dicke Haut des Geschöpfs zu durchdringen.
Die kleine Gruppe verwendete den Absud auf Pfeilspitzen, Schwertern, Lanzen und Dolchen in der Hoffnung, dass ihr Aufgebot reichen würde. Keinen Lidschlag zu früh, denn als hätte die Kreatur ihren Standort erraten, wurden sie heftig attackiert. Die erste Pfeilsalve vergrub sich tief im Fleisch des Ungeheuers und in Kaleeya machte sich Erleichterung breit, als sie sah, dass sie tatsächlich eine Schwachstelle gefunden hatten. Doch im nächsten Moment sah sie mit Entsetzen, dass der Dämon nun auf Vincent Valerius zuhielt, der am Boden kauerte und den Schild als Abwehr vor sich hielt, die keine Sekunde standhalten würde. Ohne zu zögern rannte sie los, zerrte noch im Laufen einen Dolch aus ihrem Gürtel und schleuderte ihn der Kreatur entgegen. Mühelos durchschnitt die dünne Klinge Haut und Fleisch, und auch wenn die Verletzung nicht tief war, so bewegte der plötzliche Schmerz das Geschöpf doch, seine Richtung zu ändern.
Vincent sah sich um und begegnete ihrem Blick. Kaleeya nickte ihm kurz zu und bedeutete ihm, dass der Kampf noch lange nicht vorbei war.
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„Die rechte Flanke wird heftig attackiert! Wir müssen etwas tun.“ „Wenn wir unsere Position verlassen, dann schwächen wir unsere eigene Abwehr und ein Durchbruch hier wäre umso leichter.“ „Aber wir können auch nicht nichts tun!“ Stille breitete sich aus, während alle Augen auf der provisorischen Darstellung des Geländes ruhten, die Kian in den sandigen Boden geritzt hatte. „Es gibt doch die Verstärkung im Hinterland …“ „Aber wir haben keine Berichte davon erhalten, dass diese Einheiten sich in Bewegung gesetzt hätten.“
Vincent fuhr sich mit der Rechten erschöpft über das Gesicht. „Wir werden die Diebe schicken.“ „Sie werden sterben.“ „Und wenn wir gar nichts tun, fällt die Flanke.“
Kaleeya tastete nach Tharis‘ Geist. Der Plakkath Rynni führte zwei der Rudel an und hielt sich im Moment am nächsten zu den mittleren Festungen auf. Sie spürte seine Müdigkeit und das Chaos das um sie herrschte, roch die Angst und Blut. All das machte es unendlich schwer, in ihren Gedanken den Befehl zu formen, den sie geben musste.
‚Findet heraus was sie in Bedrängnis bringt. Geht und helft ihnen!‘ Einen Lidschlang lang glaubte sie die Verbindung unterbrochen, bis sie ein schwaches Echo vernahm. ‚Ja, Vela’Shiral‘Din.‘
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Als die Kenari die Führung verloren und ihren Instinkten folgend über das Schlachtfeld tobten, war Kaleeya mitten unter ihnen. Ihre Schwerter parierten, lenkten ab, schnitten durch Haut und Muskeln, zertrümmerten Knochen und brachten den Tod. Unermüdlich wiederholte die Vela oft eingeübte Bewegungen, fand sicheren Stand auf von Blut und Innereien glitschigem Boden und bemerkte die Verletzungen kaum, welche Waffen an ihr rissen.
Erst als der letzte Feind in ihrer Nähe gefallen war, hielt sie inne. Jubel brandete um sie herum auf, doch die Vela stimmte nicht mit ein. Sie konzentrierte sich auf Tharis, suchte seinen Geist unter aller Erschöpfung und Schmerz. Doch sie erhielt keine Antwort.
Es dauerte Stunden, die Verletzten zu bergen. Und es gab so viele Leben, die dieses letzte Aufgebot gefordert hatte. Kaleeya fand Kian, seinen Bogen noch immer in der Hand haltend, doch die Augen starrten gebrochen in den Himmel. Renna, eine angehende Heilerin und eine der vielen, die unter Zaphryns Anweisung in den letzten Stunden Leben um Leben bewahrt hatte, war von Wurfspeeren getötet worden. Ihre Leiche lag über dem Körper eines Tarnaren – selbst in ihrem Tod war sie noch Bewahrerin des Daseins geblieben. Und schließlich, am anderen Ende des Schlachtfeldes, inmitten der Splitter eines großen Spiegels, fand sie Tharis. Er war ihrem Befehl gefolgt und hatte alle Männer und Frauen unter seinem Kommando mit den dalriadischen Streitern zu diesem verzweifelten, aussichtslosen Angriff geführt. Und sie alle hatten den Tod gefunden.
Dennoch war die Zeit für Trauer noch nicht gekommen. Kaleeya kehrte zu den anderen zurück, half Verwundete zu versorgen und eine Zuversicht zu vermitteln, die sie in ihrem Inneren nicht spürte. Verzweiflung und Hoffnung lagen in diesen Stunden nah beieinander. Manche priesen ihre Götter, andere verfluchten sie im Stillen. Doch die Vela hatte keinen einzigen Gott hier kämpfen oder sterben sehen. Es waren die Menschen, Zwerge, Elfen, Orks und vielen andere gewesen, die diese Schlacht entschieden hatten.
Erst spät in der Nacht, als alle der Verbündeten in ihre Lager zurück gekehrt waren, fand sie sich mit den Vertretern ihres Volkes wieder zusammen. Und sie weinte um jeden, der nicht mehr in ihre Mitte trat.
Nach der Schlacht um Noregar im Utalia Gebirge
Aus der Sicht von Branwen:
Am Tag nach der Schlacht, ein paar Stunden nach Sonnenaufgang hatte Branwen das Schlachtfeld erreicht. Sie hatte die Schlacht im Lager auf der Karte verfolgt und dort nach Kräften geholfen Informationen an die richtigen Stellen zu leiten jetzt wollte sie sich selbst ein Bild vom Geschehen machen. Dazu hatte sie sich auf eine der mittleren hinteren Befestungen begeben um das gesamte Schlachtfeld überblicken zu können.
Ihr Blick wanderte langsam über das Schlachtfeld, überall herrschte Zerstörung, Blut und Tod.
Vor ihrem geistigen Auge konnte sie die Schlacht förmlich an sich vorrüber ziehen sehen, oder sah sie tatsächlich die Geschehnisse des gestrigen Tages, sie konnte es nicht genau sagen, manchmal sah sie mehr als andere, es lag an ihrem Blut, wie so vieles.
Raben kreisten über das Schlachtfeld, ein gutes Zeichen, Morrigan ist mit ihren Kindern. Wie eine steinerne Statue stand die Bardin an ihrem Platz. Trauer, Verzweiflung, Angst oder gar Wut spürte sie nicht, nur Genugtuung. Sie hatten ihr bestes gegeben und sie hatten dieses Land gerettet. Gemeinsam. Ihr Blick wanderte wieder zurück in die Gegenwart und sie sah wie die vielen Völker die Seite an Seite gekämpft und geblutet hatten nun Seite an Seite die Spuren der Schlacht beseitigten, die Toten einsammelten, die Verletzten versorgten. Es war ein Bild der Hoffnung, eine Hoffnung auf Frieden und Zusammenhalt. Sie waren nun keine Fremden mehr sondern Waffenbrüder und Schwestern, ein Band durch Blut geschmiedet.
Wie ihre Gedankten so wanderte auch ihr Blick weiter in die Ferne und es schien ihr als würde sie eine Stadt erblicken. Eine Stadt voller Unterschiede und Gemeinsamkeiten an Stelle des Schlachtfeldes. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht. Viele verschiedene Banner schmückten die Strassen und Häuser und Vertreter verschiedenster Spezies schienen friedlich in dieser Stadt zu leben. Eine gute Zukunft, dachte Branwen bei sich, eine der vielen Möglichkeiten der Zukunft.
Plötzlich riss sie etwas aus ihren Gedanken und sie befand sich wieder auf der Festung, vor ihr das Schlachtfeld. Der Wind wehte durch ihr Haar und es schien ihr als würde jemand mit ihr Sprechen. Sie blinzelte einige Male bis sie registrierte dass tatsächlich jemand mit ihr sprach. " Hey! Anruth! Hey! Ja du! Ich sags jetzt echt nur ungern, aber.. Hier unten!" erklang die Stimme die ihr irgendwie vertraut und gleichzeitig unbekannt vorkam.
Ihr Blick wanderte nach unten und fiel auf einen stattlichen jungen Mann mit feuerrotem Haar, gekleidet in einen Kilt in den Farben der McLegleans, sein gesamter Körper war mit vielen kunstvollen blauen Tätowierungen verziert, er trug einen brutal aussehenden Speer bei sich, der Gae-bolga genannt wurde und eine gesamte Körpergröße betrug etwa 30 Zentimeter.
"Sloan?" fragte Branwen ein wenig ungläubig, der Anführer der Schlachtenwüter war gerade erst am Tag zuvor in der Schlacht gefallen, es war zwar nicht ungewöhnlich das Helden als Wesen der Anderswelt wiedergeboren wurden, aber meist dauerte es doch etwas länger bis diese sich blicken ließen. "Richtig," erwiderte der Brownie und er schien vor lauter Stolz zu strahlen. "Das ging ja schnell," erwiderte die Bardin und setzte sich auf den Boden um sich besser mit dem kleinen Krieger unterhalten zu können. "Japp," gab er zurück, "Morrigan war sehr zufrieden mit uns. Hat gemeint wir hätten dafür nen Wunsch frei, und ich wollt nachschaun wies gelaufen ist, hab ja leider das Ende verpasst." "Nun, die Kenari sind geschlagen," antworte Branwen, "die Mission ins Gebirge war erfolgreich und dank eures Einsatzes konnten die hinteren Festungen gehalten werden." "Na das ist doch was!" gab er grinsend zurück,"Hab ich auch die Feier verpasst?" "Nun derzeit sind die meisten mit Aufräumen beschäftigt, du könntest ihnen ja zur Hand gehen." "Klar, aber erst muß ich noch Morrigans Auftrag erledigen." Branwen zog eine Augenbraue hoch, es war nicht unbedingt ungewöhnlich das Götter 'niederen' Westen der Anderswelt, wie zum Beispiel Brownies, es waren Aufträge erteilten, aber was für ein Auftrag ihn hier herführte war ihr nicht ganz klar. "Ich soll schaun das ja keiner sich hier verirrt und allen Seelen den richtigen Weg nach Hause ins Sommertal weisen." erklärte Sloan schließlich. Branwen nickte verstehend, eine Sicherheitsmaßnahme also, eine gute Sache, man konnte nie sicher sein ob die Seele den Weg ins Sommertal fand wenn ihr Besitzer nicht auf Dalriada sein Leben aushauchte. "Eine wichtige Aufgabe," erwiderte Branwen, "Ich wollte ohnehin zu den Truppen, es wäre mir eine Ehre wenn du mich begleiten würdest. Und ich denke, sobald die Scheiterhaufen fertig errichtet sind, wird es sicherlich auch eine Feier geben zu Ehren der Toten." "Na was sitzt du denn dann noch hier rum! Hoch mit dir!" erwiderte Sloan, legte seine Gae-Bolga beiseite, packte die Hand der Bardin mit beiden Händen und zog sie mühelos hoch. Seine Kraft verwunderte Branwen kein bisschen, er war nicht der erste Brownie den sie traf und würde sicher auch nicht der Letzte sein.
Seite an Seite marschierte das ungleiche Duo zum dalriadischen Lager, wobei Sloan mühelos mit der doch sehr viel größeren Bardin Schritt hielt, während er beinahe spielerisch über die herumliegenden Trümmer hüpfte.
Im Lager herrschte lebhaftes Treiben, Holz wurde heran geschafft für die Scheiterhaufen, Verbände gewechselt, Waffen und Rüstungen repariert, Kilts und Banner geflickt. Die Druiden kümmerten sich um die Vorbereitungen für die Bestattungen, während die Barden sich bemühten beschädigte Instrumente wieder zu reparieren. Jeder Mann und jede Frau ging geschäftigt ihrer Arbeit nach und Branwen war nicht unglücklich darüber das sich niemand um sie kümmerte, ihr war ohnehin nicht gerade nach Gesprächen was nichts daran änderte dass sie sich mit den Anführern der Truppen besprechen mußte. Schließlich mußte sie so bald wie möglich abreisen um dem Tanaise Rig Bericht über die Schlacht zu erstatten. Abgesehen davon hatte ihr Mann eine Feier für Samhain angesetzt zu der sie ebenfalls gerne rechtzeitig wieder zurück auf Dalriada wäre.
Nachdem die Scheiterhaufen fertig errichtet waren wurden die Toten darauf mit ihren wichtigsten Besitztümern, in den meisten Fällen ihre Waffen und Rüstungen, aufgebahrt. Eine Einladung zu dieser Feier war an alle Lager gegangen, jeder Mitstreiter war willkommen. Die Druiden begannen damit für die Gefallenen zu beten, sie riefen Danu die Erdmutter, die Allumfassende, Macha die Jungfrau, Maeve die alte Weise und Morrigan die Mutter, die Schlachtenkrähe an, auf dass sie die Toten sicher ins Sommertal führen mögen. Dann entzündeten sie die Scheiterhaufen während die Barden Lieder über die Heldentaten der Gefallenen anstimmten.
Nachdem die ersten Lieder gesungen waren wurde das Festmahl aufgetragen, man hatte krude Tische zusammengezimmert auf denen nun allerlei Braten, Pasteten und allerlei andere dalriadische Spezialitäten aufgetischt wurden. Zusätzlich zu den Speisen waren auch mehrere Fässer gefüllt mit Bier, Met und Whiskey aufgestellt aus denen großzügig an alle ausgeschenkt wurde, denn niemand sollte bei einer dalriadischen Feier eine trockene Kehle bekommen.
Bis in die frühen Morgenstunden und darüber hinaus wurde gefeiert, getrunken und gesungen.
Aus der Sicht von Jamira:
„Es ist vorbei“ erklingen die Worte Lysanders in Jamiras Gedanken, doch für sie ist es erst vorbei, wenn sie Linus endlich gefunden hat. „Verluste?“ antwortet sie. „Einige my Lady“ seine Stimme ist zittrig und ausweichend. „Wie viele?“ herrscht sie ihn an. Schwer lastet der Verlust ihrer Soldaten auf ihrer Seele. Sie ist weder Kriegerin noch geboren um Schlachten zu führen und doch war sie wieder jener Vernunft in die Schlacht gezogen. „150 Bogenschützen, 10 Paladine, 10 Kriegsmagier und 20 Elitekrieger sind gefallen, my Lady“. Lysanders Worte reißen sie aus ihren Gedanken zurück in die Realität. Die Tragweite seiner Worte werden ihr schlagartig bewusst. Neuerlich steigen Wut und Zorn empor und schnüren ihr die Luft zum Atmen zu. Seit Stunden folgt sie nun schon einem kleinen Lichtpunk, ähnlich einem Irrlicht, doch bisher hat sie Lianus einfach nicht ausfindig machen können. Plötzlich hält das Licht mitten in der Luft und saust wie von der Tarantel gestochen hinab zu einer Ruine. „Rhys wir haben ihn endlich gefunden, los beeil dich!“ Der silberne Drache legt seine Flügel eng an den Körper uns stürzt sich in die Tiefe. Kurz bevor er auf den Boden aufprallt entfaltet er seine mächtigen Schwingen und schwebt jetzt knapp einen Meter über dem Boden. „Lilith, hier ist nichts außer Geröll und Leichen“. „ich weiß, dass er da irgendwo sein muss, ich kann ihn spüren Rhys. Schau, das Licht weist uns den Weg. Los räum die Trümmer weg“. Der Drache beginnt Brocken um Brocken zu heben und schleudert sie mit enormer Kraft von sich bis er schließlich eine kleine verschüttete Kammer freilegt, in dem einige wenige Überlebende sich retten konnten. Ohne auch nur ein Wort zu sagen springt Jamira von seinem Rücken und eilt auf die Überlebenden zu. Die Soldaten machen ihr Platz und geben die Sicht auf einen schwer verletzten Linus frei. Sie dreht sich zu einem seiner Begleiter um „Ich nehme ihn mit und schicke euch Verstärkung. De Soldat nickt. „Rhys, nimm ihn vorsichtig in deine Klaue und bring ihn zurück zu Carimar, sag ihr wo der Rest des Trupps ist bevor du dich auf den Weg zu Lysander machst. Findet so viele der Gefallenen wie möglich, verbrenne sie und bring dann die Überlebenden zurück nach Erith“.
Epilog
Nachdem Rhys am Horizont verschwunden war rief sie ihre Magie um sich zu Celethas zu teleportieren. Eine Weile schon stand sie hinter ihm ohne auch nur ein Wort zu sagen. Eigentlich sollte sein Anblick ihr Trost spenden, aber der Zorn und der Schmerz über den Verlust ihrer Soldaten war einfach überwältigend. Langsam drehte er sich zu ihr um. Ohne ein Wort zu sagen nahm er sie in den Arm. Sie vergrub das Gesicht an seiner Brust und ließ ihren Tränen freien Lauf. Die Last der letzten Stunden, der Schmerz und die Trauer überfluteten sie und seine ausstrahlende Geborgenheit spendetet ihr Trost und Schutz. Nachdem Ihre Tränen versiegt waren löste sie sich von ihm, küsste ihn und kehrte zurück nach Tralea, da Krutor nach ihr gerufen hatte…..
Aus der Sicht der Mairic-Nar
Die Schlacht ist geschlagen, der gemeinsame Feind besiegt. Die Ash-Gesa auf den beheimateten Berg zurückgekehrt und berichtet was sie erlebt hatte. Die Forerunner hatten ihre Prinzipien verraten. Sich gegen die Völker Ancoras gewandt.Der Ashaad, in der Menge verborgen, berichtete von Reden von Triumph, Trauer über gefallene Freunde, doch Alles in Allen Kameradschaft. Die Mairic-Nar werden nicht vergessen, was geschehen war, denn nichts ist wichtiger als das Wissen zu bewahren."Ein Teil der neu erbauten Stadt soll den Mairic-Nar gehören. Ein Außenposten sozusagen." berichtete er dem Mairic."Doch was werdet ihr nun tun, Völker Ancoras? Der Feind, der eure Heere vereint hat, ist gestürzt. Die Schlacht geschlagen, der Krieg gewonnen. Was nun?Wir werden euch beobachten. Und wenn ihr wieder Uneins werdet, werden wir euch erinnern, was hier geschehen war. Generation für Generation."Somit verschwindet der Ashaad und kehrt heim.
Aus der Sicht der Tarnaren:
Der grüne Boden war getränkt mit dem Blut von Clansbrüdern und ihren Reitskorpionen. Überlagert wurde der Geruch noch von dem Gestank nach Kenaris, den Rückständen ihrer verfluchten Magie, und nach moderndem Zwerg. Occa, Clanführer der Shai Belak, ließ den Blick seiner Raubtieraugen über die verwüstete, fremde Landschaft streifen. Der jahrelange Kampf seines Volkes sollte mit dieser verlustreichen, von Magie durchsetzten Vielvölkerschlacht beendet sein. Nichts hielt ihn und die seinen noch hier.
Der heiße Atem seiner Gefährtin, die auf lautlosen Pfoten an seine Seite getreten war, strich über seinen Nacken wie eine Brise Wüstenwind. In ihren Augen las er dieselben Gedanken. "Es ist Zeit, heimzukehren, Geliebter."
Und so zogen die Tarnaren zurück in die Wüste und kuschelten sich ins Körbchen. Und wenn ihnen kein frischer Raubzug in die Quere gekommen ist, dann schnurren sie noch heute.
Aus der Sicht von Valerian:
Valerian schreitet durch die die verwüstete Festung. Sein Blick ist ernst und seine rechte Hand umklammert den Kampfspeer , als ob es das einzige wäre, an dem sich der Körper derzeit fokussieren konnte. Er mustert den zerstörten Innenhof und beobachtet schweigend seine SoldatInnen bei den Aufräumarbeiten. Sie sind alle erschöpft, doch niemand wagt es sich auszuruhen, bis auch der letzte Kamerad gefunden und versorgt ist. Die Decuria steht mitten im Hof. Sie ist das Zentrum der Betriebsamkeit. Immer wieder kommen Soldaten unterschiedlichster Fraktionen zu ihr, um Befehle zu empfangen oder informationen abzugeben. Ihre Plattenrüstung war eingedellt, der Wappenrock fast zur Unkenntlichkeit mit unterschiedlichsten Lebenssäften der Kenaris verschmutzt, die sich wie Berserker auf seine Truppen gestürzt haben. Den Helm hatte sie schon bei den ersten Angriffen eingebüßt und am Hals sieht er verkrustetes Blut, welches aus einer schnell geheilten Wunde stammen musste. Dem Lazarett waren schon Stunden vorher die Mittel zur Behandlung von Verbrennungen und Verätzungen ausgegangen und die Verletzten lagen in langen Reihen unter den Sonnensegeln. Die HeilerInnen waren unermüdlich bei der Arbeit, soviele Leben wie möglich zu retten. Der Geruch und das Stöhnen der Verletzten machten die Szene nahezu unerträglich. Unter einem Vordach sah er die bereits geborgenen Leichen. Er blieb stehen, der Anblick der Menge an gefüllten gewachsten Leinensäcken ließ ihm kurzzeitig die Knie weich werden. Erst jetzt hatte er Zeit zu realisieren wieviel sie dieser Kampf gekostet hat. <<Stark bleiben, keine Schwäche zeigen. Trauer muss Platz haben, noch ist keine Zeit dafür>> dachte er sich. Er fokussiert sich auf die Decuria und schreitet auf sie zu. Sie hebt den Blick von der Wachstafel als sie ihn wahrnimmt. Wie auf dem Exerzierplatz folgt ein zackiger Salut und ein freundliches „Freiherr?“. Nur ihre Augen verraten die Müdigkeit und die Kraftlosigkeit. Valerian erwidert den Salut „Wie sieht es aus, wie geht es unseren Männern und Frauen?“ Die Decuria nimmt eine zweite Wachstafel aus der Tasche und beginnt abzulesen: „1. Halbzenturie: 26 Tote, 3 Vermisste, 2. Halbzenturie: 33 Tote 4 Vermisste, Eisengardisten: 5 Tote, keine Vermissten. Korps der Heiler: 3 Tote. Gesamt: 67 Tote, 7 Vermisste. Petrovianische Strelizen: 44 Tote, 4 Vermisste. Die Dalriada Truppen sind abgezogen worden, wir haben von ihnen innerhalb der Feste 12 Leichen gefunden. Die traleanischen Geschützmannschaften haben wir ca. zur Hälfte verloren, ebenso wie die Rumpfbesatzung der Feste. Wir hoffen noch weitere Überlebende unter der eingestürzten Raveline finden zu können.“
Valerian stockte bei den Zahlen der Atem. Die Decuria sieht ihn an, versucht ein Lächeln. „Wenn es mir erlaubt ist, Freiherr, es hätte schlimmer kommen können. Der silberne Drache und der Gegenangriff hat im entscheidenden Moment den Druck von den Mauern genommen. Wir sind, dem Schicksal sei Dank, mit einem blauen Auge davongekommen. Valerian nickt gedankenverloren. Er blickt auf, murmelt ein „Danke“ und wendet sich in Richtung der Sonnensegel, unter denen die Toten versorgt werden. Zwei junge Helferinnen sind gerade dabei, den Körper eines Soldaten zu reinigen. Sie haben seine Rüstteile auf einen Haufen gelegt und waschen seinen Körper von Dreck und Blut. Eine Akolytin der Cyrsine richtet den Wappenrock her, um den Toten den Gepflogenheiten nach darin einzuwickeln. Valerian blickt in das gesäuberte Gesicht des Soldaten, er erkennt ihn wieder. Tricius, der junge Gerbersohn aus Hammerschmidt. Sein Gesichtsausdruck ist entspannt, fast schlafend, nur die klaffende Wunde an der Seite lässt Valerian schnell klar werden, warum er nicht zu retten war. Die jungen Helferinnen verrichten ihren Dienst grimmig und wortlos und Valerian blickt auf das rotgrau gefärbte Wasser, welches die Waschbank hinuntertropft und Blutschlieren hinterlassend in einem der Drainagegitter verschwindet. Eine Gestalt nähert sich von der Seite, Valerian streckt seinen Geist nach der Person aus und erfühlt instinktiv, es ist die junge Bogenschützin, mit der er am vorletzten Abend vor der Schlacht am Lagerfeuer gesessen ist. Sie bleibt zwei Schritte hinter ihm stehen und beobachtet, wie er, die Traleanerinnen bei der Arbeit. Ohne ein Wort vergehen einige Minuten, bis die Schützin schließlich leise fragt: „Haben wir genug geblutet? Ist die Schuld beglichen?“ Der Priester blickt weiter wie gebannt auf die Szenerie, nickt dann unmerklich „Ja.....Wir haben die Schuld beglichen.“
Aus der Sicht von X-10:
X-10 Stand nachdem alles vorbei war lange Zeit auf einem Hügel und sah dem treiben der Völker zu.
Sie feierten, sie versorgten ihre Verwundeten und trauerten ihren verlorenen Seelen nach.
Viel Leben war für immer verloren aber mehr noch war zumindest für den Augenblick in Sicherheit.
Der Keepee auf seiner Schulter war sichtlich zufrieden und auch Rüdiger meinte das X-10 eine gute Leistung vollbracht hätte.
X-10 drehte den Apparat in seinen Händen und starrte es einige Zeit an, ohne dieses Gerät hätte es das ganze Leid das dem Land widerfahren ist nie gegeben. Alles was die Erbauer erschaffen hatten war einfach zu gefährlich für die kurzlebigen Völker.
Es war ein Logik Problem, X-10 brauchte die Artefakte der alten Zeit musste aber um das größtmögliche Leben zu schützen auch verhindern das es in die Hände jener kam dies es missbrauchen könnten.
X-10 war für so eine Aufgabe nicht gebaut. Die Völker waren zu zahlreich und er war schon seit Jahrhunderten nicht mehr komplett Einsatzfähig. Selbst mit der Hilfe seiner Freunde… Freunde?
Eine interessante Sensorik glitt durch seinen Körper bei dem Wort. Nun auch mit der Hilfe jener wäre die Aufgabe zuviel.
Er hatte jetzt schon eines der Artefakte weitergeben müssen obwohl es viel zu gefährlich war. Aber der Schutz des Lebens war imperativ und ohne die Energien des Flüssigkristall Magiegenerators wäre die rechte Flanke wohl gefallen. Es blieb also nur eine Wahl und ein Weg.
Aus der Ferne sah man ein kurzes aufblitzen als blaue Energie am Hügel strahlte und dann hatte der Apparat das getan für das er eigentlich gebaut war.
X-10 umschloss die kleine Scheibe die aus dem Artefakt viel und steckte es in das Kästchen an seiner Schulter. Jetzt musste er nur noch einen weiteren Golem der Erbauer finden um seine Aufgabe zu teilen.
Aus der Sicht der Traleaner:
Tage waren seit der Schlacht vergangen und die Suche nach den Lebenden und Toten war zu ende.
Lianus saß auf einem Trümmerhaufen und beobachtete das Treiben um ihn herum. Jeder Knochen tat ihm weh und selbst seine Heilkräfte zeigten ihre Grenzen.
„Was jetzt?“ fragte Haroun ihn. „Die Aufgabe wofür wir erschaffen wurden ist erfüllt. Ab jetzt sind wir...ohne Ziel.“ Sein Bundbruder setzte sich neben ihn. „Meinst du Bruder? Sieh dich um“ erwiderte Lianus. Haroun wußte nicht was er ihm sagen wollte „was soll ich mir ansehen?“
Lianus deutete auf eine Gruppe lachender Orks von denen einer einem Elben laut gröhlend eine Pranke auf den Rücken schlug der ihn zu Boden warf. Als dieser wütend aufblickte sah er den Ork der ihm kichernd und um Entschuldigung bittend eine helfende Hand anbot aufzustehen. „Oder dort“ er deutete nach rechts wo ein junger Traleaner sich eine Decke mit einer der kaiserlichen Reiterinnen teilte und ihr Kopf auf seiner Schulter lag. Überall wo man hinsah sah man das sich die Verbündeten vermischt hatten. Keine Gruppierung blieb für sich und aus Fremden wurden Kameraden...sogar Freunde. „Siehst du es?“ Haroun verstand langsam und erkannte nun wonach er suchen musste selbst viele dieser kleinen Gesten der Verbundenheit.
„Hier wurde in Feuer und Blut etwas geschmiedet mein Bruder, ein Funken von Frieden in der Schöpfung den es zu bewahren gilt. Sie es als unsere Aufgabe für die Zukunft“
Der Tag des Abschiedes kam und ein letztes Mal standen die Verteidiger von Noregar vor den Trümmern der Festung vereint und so stattlich es ihnen unter diesen Umständen möglich war.
„Krieger! Kameraden! …..Freunde“ erklang die Stimme eines alten Mannes auf einer kleinen Tribüne vor dem Heer. „Nichts das ich sage kann auch nur im entferntesten die Opfer die ihr gebracht habt beschreiben noch diese wieder gut machen. An diesem Ort wurde mit eurem Blut das Überleben einer Welt erkämpft und solange es das traleanische Volk geben wird, werden wir euch das nie vergessen. Noregar, die letzte Hoffnung hat gehalten und ihr als ihre Verteidiger seid die Verteidiger der Hoffnung. Hier habt ihr bewiesen das Völker, Kulturen und Rassen unterschiedlichster Art vereint für etwas Gutes stehen können und NICHT WEICHEN!“
„Hier auf diesem Boden wurde ein Zeichen gesetzt für jene die glauben sich der Dunkelheit verschreiben zu können und Zwietracht als Herrn anbeten. Hier an der letzten Bastion habt IHR gesiegt.“ nach einer kurzen Pause fuhr der Mann fort „Jeder von euch hat als kleine Geste eine Medaille erhalten die euch als Verteidiger von Noregar ausweist. Mit ihr werdet ihr und eure Kindeskinder immer eine offene Tür, Freunde und Hilfe bei uns finden.“ Ein erstauntes Raunen ging durch die Reihen der Armee. „Und wir werden Noregar in eine Stadt umwandeln. Hier wird der Grundstein für die Zukunft gelegt. Jeder Sippe, jedem Clan, jedem Haus und jedem Glauben wird ein Teil der Stadt gehören den sie gestalten können wie sie möchten. Diese Stadt soll die hier versammelte Vielfalt und Völkerschaft widerspiegeln und als neutraler Boden dienen. Lasst uns aus der letzten Hoffnung im Krieg die Hoffnung auf lange friedliche Zeiten formen.“ Dann verbeugte sich der letzte Führer der Traleaner vor den Verbündeten und mit einem „Mögen alle eure Götter mit euch sein“ die Tribüne.


